Ein Jahr online selbstständig - Meine 5 wichtigsten Learnings daraus.

 

Ich betrachte den Jahresrückblick 2020 als den Startschuss für meine Online Selbstständigkeit.

Eigentlich habe ich schon im November 2019 ein Gewerbe angemeldet, aber damals war ich gerade dabei hier vor Ort Workshops für Handlettering anzubieten bis mir Corona in die Quere kam und ich von jetzt auf nachher meine Schwerpunkte geändert habe.

Die ganze Geschichte wie aus Handlettering Websites wurden, gibt’s hier.

Heute will ich dir gerne erzählen, was ich in diesem ersten Jahr der Online Selbstständigkeit gelernt habe.

Ich schreibe bewusst über Online Selbstständigkeit.

Weil unsere andere (offline) Selbständigkeit ganz anders tickt.

Damit meine ich, dass es bewährte Vorgehensweisen gibt, die online und offline unterschiedlich sind. Und obwohl ich bereits seit 10 Jahren offline Selbstständigkeit kenne, bin ich online auf ganz andere Themen gestoßen.

Was mir dabei auffällt: Viele Geschäfte können sich gar nicht mehr von Online distanzieren, weil ein großer Teil der gesamten Kommunikation online stattfindet.

Falls du also offline unterwegs bist oder deine Dienstleistung nur lokal anbieten kannst, lies weiter! Denn auch du wirst die Methoden der Online Welt kennen lernen wollen, wenn du dein Geschäft zukunftsorientiert aufstellen willst.

Bevor wir einsteigen, kurz zu meiner persönlichen Definition von Online Selbstständigkeit:

Was heißt überhaupt online selbstständig?

Online Business ist ein Geschäftsmodell, das es mir erlaubt ortsunabhängig zu arbeiten. Ich kann das Geschäft betreiben und verwalten, ohne dass ich Büros und Produktionshallen brauche.

Gib mir ein Laptop und eine Internet Verbindung und ich bin bereit!

Online Business ist auch unabhängig von Zeit. Statt jeden Morgen um 7:30 Uhr ins Büro zu fahren und abends um 18 Uhr wieder nach Hause, bestimme ich selbst, wann ich am Laptop sitze, solange ich die vereinbarten Fristen den Kund:innen gegenüber einhalte.

Ich habe mich ganz bewusst für dieses Modell entschieden. Mir ist auch bewusst, dass vor allem die Unabhängigkeit von Zeit nicht von heute auf morgen kommt und dass ich am Anfang sehr viel mehr Zeit und Energie reinstecken muss, bevor es so wird, wie ich das gerne hätte. Aber ich weiß auch, dass es möglich ist. Ich bin bereit alles zu lernen und umzusetzten, was dafür nötig ist.

Hier teile ich mit dir, was ich in einem Jahr gelernt habe.

Here you go:

 

1.   E-Mail Liste ist wichtig

“Wenn ich etwas anders im Business machen könnte, dann würde ich gleich von Anfang meine E-Mail Liste aufbauen”

– Ich weiß nicht, von wie vielen Online Unternehmer:innen ich es so oder so ähnlich gehört habe.

Ich beschloss damals, dass es ist nicht verkehrt wäre, diesen Tipp einfach anzunehmen und von Anfang an die Liste zu denken. 

Auch wenn ich nicht wusste, wie das alles funktioniert.

Ich wusste nicht genau, wie ich das technisch umsetzten werde, wie ich die Leute überhaupt in meine Liste rein bekomme, was ich meinen Newsletter Abonnent:innen schreiben werde. Trotzdem habe ich es gemacht. Un-perfekt. Hauptsache gestartet.

Mittlerweile verstehe ich immer mehr, wie wertvoll dieser Tipp war und dass das eine hervorragende Idee war, den Rat zu befolgen. Auch ohne den perfekten Plan in der Tasche.

Aber!

Eine Liste mit vielen E-Mail Adressen ist nicht das Ziel. Wichtig ist, wer da drin ist und wie ich die Liste nutze.

Und DAS will gelernt sein. 

Ich mein, wer kennt ihn nicht, diesen überfluteten Posteingang? Kein Mensch will doch mehr Emails. Und ich will keine Nervensäge sein!

 Aber soll ich dir was sagen?

 ALLE wollen und brauchen ETWAS. 

Wenn ich also DIESES ETWAS liefern kann, was die Leute wollen, dann lesen sie auch meine E-Mails.

Gute & relevante E-Mails werden gelesen.

Relevant werden deine Emails nur, wenn du weißt mit wem du da sprichst.

Gut werden sie, wenn du deine Fähigkeiten rund ums Schreiben verbesserst.

Und die E-Mails machen noch etwas:

Sie brennen deinen Namen in die Gedächtnisse der Leute ein.

Wenn deine Inhalte gut und relevant sind, muss nicht mal jede deiner E-Mails geöffnet und gelesen werden. Allein die Tatsache, dass du regelmäßig in der Hosentasche deiner Leser landest, hilft dir eine Marke rund um dein Thema aufzubauen.

Mit den Emails müssen die Leute nämlich etwas aktiv tun – E-Mail lesen, E-Mail verschieben, E-Mail löschen. Sie können dich nicht nicht sehen.

Im Gegensatz zu Social Media. Dort bist du für den großen Teil deiner Follower unsichtbar.

Okay, soweit alles verstanden.

Und jetzt die Fangfrage: Warum ist die E-Mail Liste nochmal wichtig?

Um zu verkaufen natürlich.

Online geht Verkaufen letztendlich über E-Mails.

Deshalb konzentriere ich mich darauf in diesem Bereich immer besser zu werden und ich lege dir sehr ans Herz sich damit zu beschäftigen.

 

2.   Schreiben ist eine sehr wichtige Fähigkeit im Online Business

Besser schreiben zu lernen, ist auf jeden Fall eine großartige Idee, wenn dein Geschäftsmodell online funktionieren soll. 

Klar, wenn du ein Team hast und/oder Ressourcen, um die Schreiberei auszulagern, weil es einfach so gar, gar nicht dein Ding ist, okay.

Aber als Solo-Selbstständige:r wirst du für dein Online Business unglaublich viel schreiben (müssen).

Emails, Social Media Beiträge, Blogposts, Website-Texte - um nur die offensichtlichen zu nennen.

Besser und schneller schreiben zu lernen ist daher auf jeden Fall von Vorteil.

Es liegt ja auch in der Natur der Sache, wenn du überlegst.

Online wird gelesen.

Google scannt Texte, um dir zu liefern, wonach du suchst. 

Sicher ist Video und Audio Content auch super relevant. Aber auch diese Formate werden immer mit Texten begleitet. Show Notes, Bio, Beschreibung des Kanals und des Podcasts, transkribierte Inhalte, zum Video passende Blogartikel, das sind alles Texte, die einen bestimmten Zweck erfüllen sollen.

Um Texten kommt man in der Online Selbstständigkeit nicht herum.

Diese Fähigkeit zielgerichtet zu trainieren und zu verbessern, führt also langfristig zu besserem Geschäft.

 

3.   Weißt du wofür du das alles machst?

 

Wie so ziemlich alles im Leben, hat auch die Online Selbständigkeit ihre Kehrseite.

Und wie cool die zeitliche und örtliche Unabhängigkeit auch sein mag, sie nimmt dich extrem in die Eigenverantwortung.

Wenn da keine Öffnungszeiten sind, die dich begrenzen und auch keine Organisation, die deine Aufgaben vorgibt, musst du selbst entscheiden, wann du woran arbeitest.

Das ist gar nicht so einfach.

Denn es gibt mindestens 3.901 verschiedene Aufgaben an denen du jeden Moment arbeiten könntest.

Und es wird Tage geben, an denen deine Motivation kurzfristig Urlaub macht, genau dann, wenn du sie am meisten brauchst.

Und andere Tage, an denen du in Selbstmitleid badest, weil du an dir und deinen Fähigkeiten zweifelst.

Und wieder andere Tage, an denen du 75 mal dein Instagram checkst, dich vom Vogelgezwitscher ablenken lässt und dir den fünften Tee kochst, obwohl du deine Prio 1 Aufgabe genau kennst und eigentlich daran arbeiten wolltest.

Nur wenn du weißt, warum und wofür du dich selbstständig gemacht hast, wirst du immer weiter gehen, egal was dazwischen kommt. Dein Antrieb muss für dich Sinn machen, es muss groß und stark genug sein, dich durch die schwierigen und einsamen Zeiten zu tragen.

Wenn du weißt, wofür du das machst, wirst du dein Vorankommen an den richtigen Kriterien messen und den Kurs korrigieren können, wenn du abweichst.

Es hilft dir auch langfristig und nachhaltig zu planen.

Was dabei noch sehr hilfreich ist, sind andere Menschen. Eine Community von Gleichgesinnten, Partner, Netzwerk, Connections, wie auch immer du das nennen willst. Es sind andere Menschen, die in der Online Selbstständigkeit so wertvoll sind. Deshalb ist das nächste Learning:

 

4.   Mehr Kontakt bringt mehr Geschäft

Ich habe diesen Satz von Pascal Feyh gehört.

Ich mag diesen Satz.

Er schränkt mich nicht ein. Er ist so frei in der Art und Weise und doch so konkret, was das Ergebnis betrifft.

  • Mehr Kontakt mit gleichgesinnten Selbstständigen.

  • Mehr Kontakt mit Selbstständigen, die eine ähnliche Zielgruppe ansprechen.

  • Mehr Kontakt mit der Zielgruppe. 

  • Mehr Kontakt mit Wettbewerbern.

Alle Kontakte sind wertvoll. Mit anderen Menschen zu sprechen, ist für das eigene Vorankommen wichtig.

Die Verbindungen zu anderen Selbständigen helfen am Ball zu bleiben und bringen mehr Geschäft. Ich habe nicht nachgezählt, aber gefühlt hat sich bei mir aus jedem zweiten Kontakt, ein Geschäft entwickelt. Deshalb ist das definitiv ein Learning, dass eine eigene Überschrift in diesem Artikel verdient.

 

5.   Website mit Blog und Newsletter ist wie Brot mit Butter und Honig - einfach eine geile Kombi

Die Website ist das, was deine gesamten Marketingaktivitäten bündelt. Dort laufen alle Online-Fäden zusammen.

Dein Blog (als Teil deiner Website) sorgt dafür, dass du immer frische Inhalte veröffentlichst, was wiederum für Google ein Zeichen ist, dass deine Seite nicht tot ist. Außerdem lassen sich einzelne Blogartikel viel einfacher für konkrete Suchbegriffe optimieren und können deine Website somit auf die erste Google-Seite bringen.

Und der Newsletter hält alle, die nicht sofort bereit sind bei dir zu kaufen, in deiner Welt und lädt sie immer wieder ein, mit dir zusammenzuarbeiten.

Die Inhalte für deinen Newsletter kommen aus dem Blog und der Blog behandelt wiederum Themen, die in der Kommunikation mit deinen Kund:innen und Newsletterabonnent:innen entstehen.

Einfach, nachhaltig und sowohl für dich, als auch für deine Kund:innen relevant.

Für dich, weil es dein Marketing verschlankt und einen stetigen Strom von Interessenten & Kunden generiert.

Für deine Kund:innen, weil sie dich erst in Aktion erleben können und überprüfen, ob dein Angebot zu ihren Bedürfnissen und Anforderungen passt.

Fazit:

Das waren meine 5 größten Learnings aus einem Jahr Online Selbstständigkeit. Als ich für diesen Artikel gebrainstormt habe, kam ich auf mehr als 15 Punkte. Einige davon habe ich oben behandelt, zusammengefasst oder in einem Nebensatz erwähnt.

Trotzdem habe ich das Gefühl, dass es mehr als fünf Learnings waren und der Artikel eigentlich noch länger sein könnte. Ich veröffentliche also gerade eine un-perfekten Artikel, von dem ich glaube, dass er noch besser hätte werden können. Aber dann würde sich das jetzt noch immer weiter ziehen: schöneres Beitragsbild, mehr Links, gründlichere Keyword Recherche, never ending Optimierungsschleife…

Und damit teile ich noch ein paar Bonus Learnings, die nicht speziell in der Online Selbstständigkeit relevant sind:

  • Perfektion hält Fortschritt ab. Lass das nicht zu. Progress not Perfection!

  • Deadlines setzen und einhalten hilft die Perfektion im Zaum zu halten

  • Sparing Partner:innen sind gold wert!

    Dieser Artikel ging dank meinen Co-Bloggerinnen Julia und Svenja wie vereinbart am 14.01.22 online. Und danke auch Filiz für unsere motivierende Mastermind Session heut morgen ;-)

Und jetzt du: Lass uns gemeinsam wachsen und teile eine deiner wichtigsten Lektionen aus der Selbständigkeit.

 
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