Ich knüpfe direkt am Ende meines Jahresrückblicks an und steige hier ein mit dem Wort, das mir in 2021 als Kompass dienen soll: FREIHEIT.
Was genau bedeutet das? Was bedeutet Freiheit für mich? Das soll der rote Faden werden. Für mein Jahr und auch in diesem Blogartikel.
Aus Business-Sicht wird es wohl eher eine ungewöhnliche Jahresplanung. Weil nicht die Zahlen im Vordergrund stehen. Die Zahlen berühren mich nicht. Nicht immer. Ich weiß, dass bestimmte Indikatoren wichtig sind und dass ich mich selbst messen sollte, um auf Kurs zu bleiben und ich werde in dem Bereich noch einiges dazulernen.
Aber: Zahlen lassen mich morgens nicht aufgeregt aus dem Bett hüpfen. Das tun andere Dinge. Und über diese anderen Dinge, will ich mich in diesem Jahr ausrichten.
Los geht’s!
Schnelle Übung, um in die richtige Stimmung zu kommen
Spiele mit deinem Wort des Jahres oder deinem Motto des Jahres und erstelle für dich eine Art geschriebenes Visionboard. Zum Beispiel so:
F Freunde / Frieden / Feiern / federleicht / Finanzen / Fitness / Fokus
R Rituale / Rendite / Rente / ROI / Reisen
E Ehrlich zu mir / Ehe / Emotionen / Erziehung
I Intellekt / Internet / Interesse / Integrity / I’m best when I’m in action
H Handeln / hiking / happy / health / Herausforderung / Harmonie
E Einheit / Eigentum / Einkommen / Everything works!
I Illustrationen / Imagination / intensiv
T Traum / Tag / Texte / Thema / Training / Tun
Jedes Wort und jeder Satz ruft bei mir ein bestimmtes Bild hervor. Hier gibt’s also kein richtig oder falsch. Ich habe einfach in 5 Minuten alles aufgeschrieben, was mir zu dem jeweiligen Buchstaben eingefallen ist. Dinge, die mir wichtig sind und eine Bedeutung für mich haben.
Damit komme ich in so eine positive und freudige Stimmung. So plant es sich besser.
Erster Schritt: Aus dem Kopf auf Papier (oder in ein digitales Tool)
Welche Themen managst du im Laufe des Jahres? Mache eine Liste von allen diesen Kategorien, die regelmäßig in deinem Leben auftreten (privat und/ oder geschäftlich).
Beispiele: Blog, Podcast, YouTube Kanal, E-Mail Marketing, Social Media, Facebook Gruppe, Buchhaltung, Online Kurse, physische/digitale Produkte, Shop, Messen und andere wiederkehrende Events, Schlussverkäufe im Sommer oder vor Weihnachten, wiederkehrende Webinare, Challenges oder Workshops und natürlich die Arbeit mit Kunden & Klienten
Welche einmaligen Projekte oder Ziele stehen dieses Jahr an oder willst du dir vornehmen? Erstelle auch für diese Themen eine Liste.
Beispiele: Neue Website, Business Branding, Fotoshooting, Assistent:in einstellen, eine bestimmte Weiterbildung, Kurs oder Coaching, ein bestimmtes einmaliges Webinar, Workshop oder Kurs, eine Konferenz, die du besuchen willst, usw.
Zweiter Schritt: Aus den Listen in den Kalender oder Bulletjournal
Die Vogelperspektive auf das Jahr finde ich super hilfreich und entspannend. Das macht meinen Kopf frei. Das was ich heute schon weiß, steht irgendwo schwarz (eher bunt) auf weiß und braucht keinen Platz mehr in meinem Kopf. Dafür mache ich zuerst eine Jahresübersicht in meinem Notizbuch. Ich nehme mir Zeit und zelebriere das total (Stichwort: Freiheit). Es entspannt mich.
Meine (noch leere) Jahresübersicht für 2021
Als nächstes gehe ich an eine detaillierte Aufgabenliste mit konkreten Terminen, für alles, was ich heute schon sicher weiß.
Dieser Teil macht den Freigeist in mir manchmal ganz hibbelig. Weil der eigentlich keine festen Termine mag und sich irgendwie gedrängt fühlt. Aber ich sage mir einfach immer: Termine schieben kann ich immer noch und mich um-entscheiden auch. Alles easy, lieber Freigeist ;-)
Für diesen Teil ist ein digitales Tool vielleicht einfacher. Ich bevorzuge meistens trotzdem Stift & Papier. Bisher habe ich noch kein passendes Programm gefunden mit dem ich 100% klarkomme. Aktuell habe ich Trello & Zenkit installiert und probiere die parallel ein bisschen aus. Asana & Todoist habe ich schon abgeschrieben. Joinpoints werde ich vielleicht als nächstes testen. Dazu schreibe ich auch einzelne Artikel. Du kannst einfach erstmal das nehmen, was du schon kennst und was du gerne nutzt.
Die Vogelperspektive
Nehme eine Doppelseite in deinem Notizbuch und male 12 Kästchen rein, eins für jeden Monat.
Du kannst auch einen Jahreskalender nehmen. Oder einfach eine DIN A4 Seite. Diese kannst du an deine Pinnwand hängen. Wenn du immer wieder drauf schaust, hat es auch eine unterbewusste Power, mit der deine Zielverfolgung leichter wird.
Trage als erstes alle Urlaube und sonstige Zeiten ein, an denen du gar nicht oder wenig arbeiten willst.
Dazu gehören bei mir auf jeden Fall die Zeit rund um Weihnachten. Im Sommer, wenn mein Mann frei hat, weil wir am ehesten dann verreisen werden. Das könnten bei dir auch die Ferienzeiten deiner Kinder sein, oder ein anstehender Umzug, Renovierungsarbeiten am Haus, Schwiegereltern zu Besuch. Also was immer, deinen normalen Arbeitsalltag beeinflussen könnte.
Als nächstes trägst du alle Termine ein, die schon klar sind.
Dazu gehst du einfach die Listen durch die du im ersten Schritt erstellt hast und überträgt alles, was an einem bestimmten Datum stattfindet in den entsprechenden Monat. Das macht es einfacher, drum rum zu planen und früh genug mit den Vorbereitungen für das jeweilige Ereignis anzufangen.
Zum Schluss trägst du noch die einmaligen Projekte und Ziele in deine Übersicht ein.
Diese Dinge sind teilweise frei verteilbar, das heißt du entscheidest, wann du was davon umsetzten willst.
Achte drauf, dass du komplexe Projekte, die viel Zeit und Energie benötigen, nicht nacheinander planst. Burnout ist nicht das Ziel.
Und schaue, dass du die geldbringenden Themen gleichmäßig über’s Jahr verteilst.
In meiner Übersicht habe ich für die Workshop-Serie, die ich im Januar 2021 zum ersten mal mache, noch zwei weitere Blöcke eingeplant. Außerdem trage ich ein, wo zeitlich komplette Website Design Projekte reinpassen. Sowie den Händständ Kurs und den Jahresrückblog von Judith Peters.
Alles was regelmäßig vorkommt, lasse ich in der Regel weg. Diese Dinge finden dann in der Feinplanung ihren Platz. Die einzige Ausnahme sind wiederkehrende Tätigkeiten, die sich in meinem aktuellen Alltag noch nicht etabliert haben. In meinem Fall ist es das Bloggen. Deshalb habe ich jeden Monat “Blog:” drin stehen und wenn ich schon eine Idee hab, dann auch das Blog Thema dahinter.
So sieht meine Vogelperspektive für 2021 aus. Mut zur Lücke. Diese Seite darf sich im Laufe des Jahres verändern.
Die alltäglichen Aufgaben
Für die Aufgaben ist ein digitales Tool schon von Vorteil. Aber da ich immer ganz euphorisch beginne und nach kurzer Zeit die Tools halt doch nicht nutze, bleibe ich in diesem Artikel bei meinem Notizbuch. Das einzige, was ich kontinuierlich digital nutze ist der Kalender auf meinem IPhone, weil ich dort meinen und den Kalender meines Mannes verwalten kann und auf einen Blick alle fixen Termine sehe. Alles andere plane ich analog. Und zwar so, dass ich es immer wieder kurzfristig anpassen kann.
Das funktioniert für mich mit Monats- und Wochenansichten.
Kein Wochentag sieht aus, wie der andere und trotzdem habe ich eine Struktur, die ich auch brauche. Das ist echt wichtig! Eine ‚lose’ Struktur, ein Rahmen, der so groß und weit ist,
dass ich kurzfristig umplanen kann
von jetzt auf nachher beschließe, statt am PC zu sitzen, mal im Garten zu buddeln oder ein Holzregal zu bauen
dass genügend Platz ist, für kreative Pausen und für Begegnungen mit Menschen (und mit mir selber)
Alles kann, nichts muss. FREIHEIT. Manchmal bleibt mein Notizbuch tagelang unberührt, weil ich vieles bereits durch das Planen bildlich vor mir sehe. Manchmal schreibe ich alle paar Stunden was rein, weil ich einfach Dinge wieder aus dem Kopf haben will, um mein fotografisches Gedächtnis einzuschalten.
Die Monats-Ansicht
Ein Monat bekommt eine Seite in meinem Notizbuch. Dieses Jahr habe ich die Monatsseiten alle direkt im Anschluss an meine Jahresübersicht grob angelegt. Januar und Februar sind schon recht gut gefüllt, weil da schon vieles in der Pipeline ist und ich ziemlich genau weiß, was ich zu tun habe.
Das ist jetzt etwas, was du für dich entscheiden kannst, wie es am besten passt. Im letzten Jahr habe ich stattdessen immer nur dann eine Monatsansicht angelegt, wenn ich das Gefühl hatte, das mir die Aufgaben und Termine entgleisen oder wenn sehr viele Termine anstanden. Das hatte zur Folge, dass manche Monate gar nicht auftauchten, aber das ist auch okay so, ich bin ja auf Kurs geblieben.
Die Wochen-Ansicht
In der Wochenansicht arbeite ich mit Blöcken. Das erlaubt mir schnell und visuell ein Gefühl für meine Woche zu bekommen. Diese Wochenansicht erstelle ich nach Bedarf. Für die erste Januar Woche habe ich zum Beispiel keine erstellt und trotzdem viel geschafft, so nebenher und zwischendurch.
Die Wochen-Ansicht kannst du am Wochenende erstellen, um konkrete Aufgabe und Termine für die kommende Woche nochmal zu verinnerlichen. Nutze dafür immer die rechte Seite einer Doppelseite und notiere dir auf der linken Seite deine To-Dos. Es ist ein gutes Gefühl Häckchen zu setzen oder Aufgaben durchzustreichen, wenn sie erledigt sind.
Projekte
Für größere Projekte und Ziele habe ich ein separates Buch. Das war für mich der größte Hebel, was die Planung angeht, weil es mir erlaubt mich kreativ auszutoben, zu träumen, zu reflektieren, Ideen zu skizzieren und Dinge festzuhalten, die ich eben nicht in einem “To Do - Notizbuch” verlieren will.
Das ist die Regel: alles was ich immer wieder durchblättern, anschauen oder durchlesen will kommt hier rein. Alle Ideen, die aufkommen, werden hier festgehalten, vielleicht weiterentwickelt oder auch nicht.
Wenn dir der Begriff Scanner-Persönlichkeit etwas sagt, wirst du die Idee eines Projektbuches bereits kennen, aus dem Buch von Barbara Sher. Wenn du das Gefühl hast, dass dir ein einziges Leben nicht ausreicht, um alles zu erleben und zu erforschen, was dich fasziniert und interessiert, ist ein Projektbuch vielleicht auch was für dich.
FORTSETZUNG FOLGT…