Es gibt grob gesagt 4 Bereiche, wenn es um deine Website geht: Texte, Branding, Design und die Technik - alles zusammen sollte auch strategisch durchdacht sein, also deinem Business-Ziel dienlich sein.
In jeden Bereich kann man unglaublich tief eintauchen und es gibt für jeden Bereich Spezialisten und Experten, die mega geile Sachen machen. Aber wenn du gerade anfängst, bist du mit all diesen Themen & kleinem Budget erstmal auf dich alleine gestellt.
Es ist okay. Meiner Meinung nach ist es nicht notwendig von Anfang an, jeden dieser Bereiche an Profis abzugeben, weil das einfach zu früh ist. Es kommt der Zeitpunkt, wo es sich lohnt. Aber am Anfang ist es sogar gut, sich selbst damit zu beschäftigen.
Erstens behältst du am Anfang die Kontrolle über deine Website und lernst dein Geschäft und alles was es braucht oder nicht braucht sehr gut kennen. Und zweitens: Du schätzt es umso mehr, wenn du anfangen kannst einzelne Teile davon abzugeben.
Die große Herausforderung ist aber Zeit. Es ist so leicht sich in der Informationsflut zu verlieren und gar nichts umzusetzten.
Was hilft?
Herauszoomen.
Große Dinge erst mal aus der Vogelperspektive zu betrachten. Dann werden die Details nämlich so klein, dass man sie gar nicht sehen muss. Und das, was von deinem jetzigen Standpunkt aus wichtig ist, erscheint viel klarer. Und genau das zeige ich dir:
Die Vogelperspektive auf das “Projekt Website”:
Und das coole ist: Du brauchst nichts mitzuschreiben, denn ich hab dir das alles in eine super komprimierte Checkliste zusammengepackt. Auf einer A4 Seite hast du alle wichtigen Punkte auf einem Blick.
Druck sie aus, leg sie auf deinen Schreibtisch und arbeite Punkt für Punkt durch. Zusätzlich finde ich es sehr hilfreich eine zentrale Ablage anzulegen mit folgenden Unterordnern:
01_Brainstorming: Hier lege ich alles ab, was nicht eindeutig in die anderen Ordner reinpasst, z.B. Webseiten die ich gut finde oder eingescannte Notizen und Entwürfe.
02_Texte: Dokumente mit einzelnen Texten für die wichtigsten Seiten: Start, Über mich, Angebote, Kontakt, Sonstige
03_Fotos: Sammle hier alle “Visuals”, die eventuell für die Website in Frage kommen. Am Anfang ist es gut eine größere Auswahl zu haben.
04_Freebies: Optional. Falls du vor hast einen Newsletter anzubieten.
05_Kundenfeedback: Dieser Ordner hat zwei Funktionen: sammle hier Screenshots, Interviews, und Notizen, was deine Kunden über dich sagen - das kannst du auf deiner Website verwenden und es macht gute Laune sie durchzulesen, wenn sich die Motivation mal wieder verkriecht.
Und wenn du dich irgendwo verlierst, komm wieder zurück zur Checkliste und arbeite an einem anderen Punkt. Erledigt ist besser als perfekt. Verfeinern kannst du jederzeit. Eine Website ist nie “fertig”, deshalb brauchst dich auch nicht verrückt zu machen. Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan :-) bin ja selber genauso. Deshalb schreib ich ja das alles hier auf, damit ich das ja nicht vergesse und ich hoffe es hilft dir auch bei deinem Projekt.
So und jetzt genug gebabbelt, lass uns direkt loslegen.
Was kommt auf die Startseite?
Die Startseite (=Homepage) ist die Vitrine für dein Geschäft: einladend und freundlich gestaltet und sofort verständlich worum es bei dir geht. Damit das klappt, sollte diese drei Dinge nicht fehlen:
Der Kerngedanke deines Geschäfts,
eine direkte Handlungsaufforderung (Call-to-Action) und
ein freundliches Foto von dir.
Schauen wir uns die drei Punkte mal im Detail an.
1.Worum geht’s bei dir?
Der Kerngedanke deines Geschäfts darf einfach und eindeutig formuliert sein. Für clevere Gedankenkonstrukte ist hier nicht der richtige Platz.
Versuche es mit dieser Formulierung:
Ich bin … und ich helfe … mit …, damit sie ….
Ich bin … (Name) und ich helfe … (wem?) mit … (mit was?), damit sie…(was erreichen)
Beispiel:
Ich bin Katja und helfe Selbstständigen ihre Websites zu planen und umzusetzen, damit sie endlich mit ihren Geschäftsideen loslaufen und ihre Leistungen verkaufen können.
Das ist nur ein Vorschlag, damit du loslegen kannst. Aus dieser Formulierung habe ich bestimmt schon 10 verschiedene Sätze für mich gebaut und immer wieder verfeinert, bis der Satz sich so natürlich und unbeschwert angehört hat, dass ich ihn in allen möglichen Situationen sagen (genau, ich meine wirklich laut aussprechen!) kann.
Schreibe es auf. Und lass es los. Damit ist der Prozess schon im Gange und du wirst es beim Anwenden, beim Aussprechen ganz natürlich immer wieder umformulieren, bis es dein Satz ist.
Schreibe einfach gleich den ersten Versuch in die Kommentare.
2.Was genau sollen die Besucher:innen auf deiner Seite tun?
Wann und wie genau passiert in deinem Geschäft die Transaktion? Ganz konkret! Wann und wie wird dein Produkt oder deine Dienstleistung gegen Geld getauscht?
Das ist die wichtigste Handlung in deinem Geschäft. Und wenn diese Handlung nicht auf deiner Website stattfinden kann, gehst du die Schritte deiner Kund:innen solange zurück, bis du zu einer (Inter-)Aktion kommst, die auf deiner Website stattfinden kann.
Das ist die wichtigste Handlung auf deiner Website. Dahin sollten deine Besucher:innen bewusst geführt werden. Alles was es auf deiner Seite gibt, unterstützt diese eine Aktion. Und lass bitte alles weg, was dem nicht dienlich ist.
Beispiele:
anrufen
Anfrageformular ausfüllen
Termin buchen
in die E-Mail-Liste eintragen
3.Wer Bist du?
Bei Personenmarken, kleinen Unternehmen und Soloselbständigen gibt es keinen Grund sich nicht zu zeigen.
Ein Foto stellt eine Verbindung her, macht deine Seite menschlicher, lebendiger.
Wir lieben doch alle diese kleine Familienbäckerei an der Ecke, wo der Bäckermeister mal aus der Backstube rauskommt und seine Frau an der Theke auch mal lieb nach den Kindern fragt.
Dieses Gefühl von “nahbar” oder “die, von nebenan” kannst du am ehesten durch ein freundliches Foto von dir erzeugen. Nutze das und verstecke dich nicht.
Was kommt auf die Über-mich-Seite?
Die Über-mich-Seite wird sehr häufig geklickt und das solltest du nutzen.
Das bedeutet ganz konkret, dass es auf deiner Über-mich-Seite einfache und eindeutige Möglichkeiten geben sollte zu deinen Angeboten abzuspringen und weiter auf deiner Seite zu verweilen.
Wenn du das im Hinterkopf behältst, kommst du gar nicht drum rum auch deine Texte, dahingehen zu formulieren.
Beantworte dazu schriftlich folgende Fragen:
Warum machst du das, was du machst?
Was macht dich als Mensch aus und welche Erfahrungen haben dich hierher gebracht?
Wie kannst du deinen Kunden zu Ergebnissen verhelfen? Welche Ergebnisse sind das?
Ich lese oft, dass es auf dieser Seite ja gar nicht wirklich um dich geht, sondern um deine Kund:innen und was du für sie tun kannst. Das würde ich mittlerweile so nicht unterschreiben. Denn was sich deine Community und deine Lieblingskunden und deine Fans merken, sind sehr wohl Dinge über dich. Menschen suchen nach Gemeinsamkeiten und finden dich sympathisch, wenn du ähnliche Erfahrungen gemacht hast oder ähnliche Hobbys hast, wie sie selbst.
Ich finde also sehr wohl, dass es auf dieser Seite um dich geht, denn das ist es, was dich immer von anderen unterscheidet.
…und jetzt kommt das große ABER:
Du musst auf deiner Über-mich-Seite NICHT DEIN GANZES LEBEN erzählen, sondern nur den Teil, der im Hinblick auf deine Angebote relevant ist. Plus ein paar Fakten, die zwar nichts mit deinem Business zu tun haben, aber dich als Persönlichkeit prägen. Und denk daran, dass auch Fotos bestimmte Tatsachen ausdrücken können, ohne dass es großartige Texte dazu braucht.
Was kommt auf deine Angebotsseite?
Drei Dinge:
Ein Angebot
Bei Dienstleistungen oft hilfreich: der Ablauf, also die einzelnen Schritte von “Jetzt” bis “Ergebnis”.
Kundenfeedback / Testimonials / Social Proof
Und jetzt ein bisschen weiter ausgeholt, weil das die wichtigste Seite ist, wenn du deine Website wirklich als Verkaufswerkzeug nutzen willst.
Und ich gehe davon aus, dass du das willst, denn dein Business ist da, um Geld zu verdienen.
Ich weiß, keiner will das so richtig wahrhaben und schon gar nicht drüber reden. Ging mir lange genau so. Aber letztendlich ist das der Sinn und die Definition von einem Geschäft. Du setzt Ressourcen ein und schaffst Wert für andere. Dafür darf es einen Ausgleich geben. Dieser Ausgleich erfolgt in der Regel in Form von Geld. Damit dein Geschäft überhaupt existieren kann, muss es mehr Geld produzieren, als es Ressourcen verbraucht. Deshalb ist es so wichtig, dass du dir über dein Angebot klar bist.
Auf der Angebotsseite willst du also deinen Besucher:innen genau erklären, was sie für die Summe X von dir bekommen. Dafür musst du auch wissen, wer deine Kunden eigentlich sind und was sie wollen und brauchen.
Dazu sind folgende Fragen hilfreich:
Welches konkrete Problem haben sie und welche Bedürfnisse wollen sie befriedigt haben?
Was brauchen sie, was sie ohne deine Hilfe gar nicht, nicht so gut oder nicht so schnell bekommen?
Was entgeht ihnen, wenn sie nicht handeln?
Achtung sehr wichtig:
Das was du auf deiner Angebotsseite beschreibst, sollte man tatsächlich kaufen können.
Wie ich das meine? Na ja, ich versuche es mal so zu erklären:
Sagen wir mal, wir wollen Wein für ein Abendessen mit Freunden kaufen. Dann gehen wir in einen Laden und kaufen zwei 0,75 l Flachen Alde Gott Rotweincuvée für je 7,50€.
Oder im Friseursalon: wenn ich einen Termin mache, wollen sie immer wissen, was ich gemacht haben will. Denn es dauert eine bestimmte Zeit, um bestimmte Leistungen zu erbringen. Schneiden, Legen, Fönen dauert ne halbe Stunde und kosten 55€. Wenn ich aber bei meiner Haarlänge eine Balayage reinmachen will, sitze ich 3 Stunden da und zahle rund 160€.
Merkst du auf was ich hinauswill?
“Yoga” ist kein Angebot.
“10er Pass für 90-minütige Yoga-Sessions vor Ort, einlösbar innerhalb von 3 Monaten” kann man dagegen für 150€ kaufen.
“Coaching” ist kein Angebot.
“6-monatiges Programm mit wöchentlichen 60-minütigen online Sessions, um dieses und jenes Ziel zu erreichen” ist ein Angebot, das man kaufen kann.
Das müsste jetzt klar geworden sein, was ich meine und ich weiß viele tun sich damit sooo schwer. Vor allem, wenn es um Dienstleitungen geht.
Als ich mit der Online Selbständigkeit gestartet bin, hatte ich das gleiche Problem. Ich konnte mein Angebot nicht genau benennen und ein Preisschild dran kleben. Ich habe aber trotzdem eine Angebotsseite geschrieben. Da stand alles drauf, was ich bis dahin sagen konnte und wie ich mir das vorstellte. Die ersten Kunden kamen eh aus dem Freundes- und Bekanntenkreis. Und während ich mit ihnen gearbeitet habe, habe ich gelernt und notiert. Ich habe notiert was ich genau machte, wie lange ich dafür brauchte, welche Fragen auf dem Weg auftauchten, welche Unstimmigkeiten aufgekommen sind, usw.
Bei jedem Projekt wurde mir mein “Paket” an Leistungen immer klarer. Und auch die Workshop-Serie, bei der wir in der Gruppe die Strategie und die Inhalte für eine Website erarbeiten, entstand durch’s Tun. Durch die Arbeit und Gespräche mit den Kund:innen habe ich gemerkt, welche Probleme aufkommen und Lösungen dafür entwickelt.
Habe also keine Angst anzufangen. Es ist okay, nicht von Anfang an, alles richtig zu haben. Wichtig ist aber zu verstehen, worauf es ankommt, damit deine Website auch wirklich eine Hilfe beim Verkaufen wird: ein klares Angebot.
Wie kannst du Kontakt aufbauen und aufrecht erhalten?
Mache es deinen Besucher:innen einfach dich zu kontaktieren. Wir sind es mittlerweile gewohnt, die Kontaktdetails rechst oben im Hauptmenü zu suchen oder in der Fußzeile. Platziere deine Kontaktdaten also dort, wo man sie erwartet.
Überlege dir, wie du erreicht werden möchtest und nenne und erkläre alle Möglichkeiten auf der Kontaktseite, auch wenn sie irgendwo anders schon zu finden sind.
Beispiele für Kontaktmöglichkeiten über deine Website:
E-Mail schreiben
Anfrageformular ausfüllen
Anrufen oder Nachricht schreiben
Termin buchen
Gibt es außerdem Öffnungszeiten oder Telefonsprechzeiten? Dann schreibe sie hier auf.
Und dann gibt es ein Thema, das mit der Website so eng verknüpft ist, wie die Milch mit dem Kaffe: und das ist die E-Mail-Liste.
Und ja, ich weiß, die meisten rollen erst mal die Augen und wollen nichts davon wissen. Newsletter nerven. Was soll ich denn da überhaupt schreiben? Kenn ich. Verstehe ich. Und trotzdem müssen wir drüber reden.
Die E-Mail-Liste ist nicht nur für Online Unternehmen ein unverzichtbares Verkaufswerkzeug. Unterschätze das nicht. Weil es so ein wichtiges und umfangreiches Thema ist habe ich dazu einen eigenen Artikel geschrieben und die ganzen Zusammenhänge erklärt.
An dieser Stelle also, als letzten Punkt auf deiner Checkliste schreibe ich einfach:
Deine Website braucht eine Möglichkeit, um mit deinen Besucher:innen in Kontakt zu bleiben. Eine bewährte Methode dafür ist ein Opt-in-Formular, wo jemand seine E-Mail Adresse hinterlegen kann. Punkt.
Jetzt will ich dich auf keinen Fall überfordern oder demotivieren. Du darfst auch eine Website OHNE haben. Erlaube es dir “un-perfekt” zu starten. Keine Angst es passiert genau gar nichts ;-)
Fazit
Ich würde sagen, genug der Worte. Jetzt bist du dran. Deine Website kann ein mächtiges Werkzeug in deinem Geschäft werden, wenn du dir die Zeit nimmst und lernst dieses Werkzeug richtig zu benutzen. Ich begleite dich gerne dabei. Zusammen macht es nämlich sogar Spaß. Wirklich ;-)
Wenn du schon eine Website hast, die dir aber nicht gefällt, verlinke sie in den Kommentaren und sage mir was dein konkretes Problem ist.
Ich schaue mir jede Seite an, gehe auf dein Problem ein und beantworte deine Frage. Versprochen!
Los geht’s 🙌