Brauche ich wirklich eine Website, wenn ich ein lokales Geschäft habe oder meine Leistungen offline anbiete?

 

Wie wichtig ist eine Homepage für eine (offline) Firma?

Diese Frage hat jemand in einer Facebook Gruppe gestellt.

Unter der Frage, dann die Begründung, warum man ja zur Kundengewinnung keine Website braucht.

Es ging um ein lokales Geschäft, seit 10 Jahren erfolgreich, in der Region sehr bekannt für gute Dienstleistungen und die Aufträge kommen konstant und zuverlässig über Weiterempfehlungen.

Ich war gespannt die Kommentare zu lesen, denn wir (also mein Mann und ich) haben selbst so ein Geschäft. Wir haben eine mobile Pizzeria, feiern dieses Jahr unser 10jähriges Bestehen, sind in der Region bekannt, werden gerne weiterempfohlen und sind oft Monate im Voraus ausgebucht.

Wozu dann eine Website?

Was glaubst du haben die Leute geantwortet?

Im Grunde sagten alle: Eine Website ist wichtig!

Möchtest du wissen, warum?

Hier ist die Zusammenfassung der genannten Gründe, warum eine Website gerade für lokale Geschäfte so wichtig ist.

“Auch wenn mir ein Dienstleister empfohlen wird, schaue ich im Internet nach, was ich über den so finden kann"

Kennst du bestimmt auch von dir, stimmst’s? Und jetzt überleg mal du findest nichts.

Es ist frustrierend, weil du ja eigentlich ein paar Infos nachlesen wolltest, oder die Kontaktdaten raussuchen, um nach einem Termin zu fragen. Im schlimmsten Fall (für den Dienstleister) vergisst du die Empfehlung und findest jemand anderes.

Wenn du eine Website findest, aber dich darauf gar nicht orientieren kannst und vor allem die Kontaktdaten suchen musst, nervt das und auch das Vertrauen in die Empfehlung schwindet.

Wenn du aber eine freundliche, gut strukturierte Website findest, hast du gleich so ein gutes und sicheres Gefühl. Alles passt, die Seite erschließt sich dir intuitiv und du findest easy, alles was du suchst.

Eine gut gemachte Website zahlt also auf das Vertrauenskonto ein. Und ohne Vertrauen, kein Kauf.

Damit eine Website als vertrauenswürdig eingeschätzt wird, sind folgende 5 Punkte wichtig:

  • Zeig dich und die Menschen hinter dem Unternehmen. Menschen kaufen von Menschen.

  • Mache es den Besucher:innen einfach dich zu kontaktieren, indem du die relevanten Daten in der Fußzeile und auch auf einer separaten Kontaktseite sauber auflistest.

  • Aktualisiere regelmäßig deine Inhalte: abgelaufene Veranstaltungen, alte Speisekarten und Preislisten, “Neuigkeiten” von 1997 - das sorgt nicht gerade für Vertrauen.

  • Lasse deine Kund:innen sprechen und veröffentliche deren Feedback auf deiner Seite. Hier eine kleine Anleitung, wie du aussagekräftige Testimonials bekommst.

  • Schau, dass du ein SSL-Zertifikat auf deiner Website aktiviert hast (Squarespace & Chimpify haben das mit drin), damit die Datenübertragung verschlüsselt ist.

Ein weiterer Punkt, der sehr häufig in den Kommentaren genannt wurde:

Ohne Website bezweifeln die Leute deine Professionalität und zahlen auch weniger für deine Leistungen.

Denk an:

Massagepraxis im Vergleich zu jemandem, der Massagen in seiner Wohnung anbietet.

Oder an einen Ramschladen, wo der ganze vorhandene Platz vollgestopft ist, dass man kaum durchlaufen kann. Im Vergleich dazu eine kleine Boutique mit ausgewähltem Sortiment. Schön und übersichtlich angerichtet.

Oder an einen Transporter mit der Aufschrift “Müller Gartengestaltung. Tel: 0171/1234567”, aber wenn du den googelst, findest du nichts.

Du gehst automatisch davon aus, dass es jemand ist, bei dem du für kleines Geld kaufen kannst. Ist ja nur so nebenher.

Ich werte das nicht, aber die Frage ist:

Willst du so jemand sein?

Ich meine, es ist nichts dran auszusetzen, dass jemand ohne alles auf’s i-Tüpfelchen perfekt zu haben, seine Dienstleistungen anbietet. Ich hab das selbst so gemacht. Für viele ist der Anfang ganz genau so, was ja okay ist. Aber der Markt zahlt auch dementsprechend.

Es ist an dir zu entscheiden, wie du dich positionieren willst und für welchen Teil des Marktes du zuständig sein willst. Es gibt Menschen, die bereit sind mehr zu bezahlen. Die erwarten dann aber auch mehr Professionalität. Und eine gut gemachte Website trägt einen großen Teil dazu bei.

Daran wie gut deine Seite aus Sicht der Betrachter ist, lässt sich also der Grad der Professionalität bestimmen und damit auch die Wertigkeit deines Angebots.

Der Dritte und letzte große Punkt in den Kommentaren war:

“Es ist bequem! Ich kann mich immer dann informieren, wenn ich will, unabhängig von Geschäftszeiten”

Logisch, oder?

Die Website ist eine “24-Stunden-7-Tage-die-Woche-Arbeitsmaschine”. Damit das auch wirklich so ist, solltest du natürlich deine Kundschaft kennen und deren Fragen beantworten. Wenn du das machst, arbeitet dein digitaler Mitarbeiter unermüdlich für dich und erledigt verschiede Aufgaben. Auch wenn du schläfst. Oder mit deinen Kids im Schwimmbad bist.

Und das bringt mich zum letzten Punkt.

Mein Lieblingspunkt!

Nicht aus Sicht der potentiellen Kunden, sondern aus deiner Sicht als Selbstständiger:

Deine Website erleichtert deine Arbeit.

Brauchst du ein Beispiel?

Okay, hier kommt eine Story aus der eigenen Selbstständigkeit.

Hab ja schon oben erwähnt, dass wir eine mobile Pizzeria haben. Foodtrucks mit einem Holzofen drin. Uns kann man für Veranstaltungen buchen und das machen die Leute auch sehr gerne, wenn nicht gerade eine Pandemie wütet.

Was denkst du wie diese Buchung passiert?

Ich erkläre es dir:

Auf unserer Website steht drauf, dass man uns für Veranstaltungen buchen kann und was man dafür tun muss. Nämlich ein Anfrageformular ausfüllen. Diese Anfrage bekomme ich als E-Mail und antworte mit einem Angebot oder einer Absage. Wenn wir beauftrag werden, wird der Termin im Kalender geblockt.

Check! Buchung erfolgt.

Soweit, so langweilig!

Wo ist jetzt bitte die Arbeitserleichterung?

Dann stell dir vor, wir hätten keine Website.

Sondern würden zum Beispiel in einem Telefonbuch stehen (nutzt das heut noch jemand?).

Und Flyer verteilen. Am besten noch Handynummer, das hab ich ja immer dabei…

Und jetzt steh ich an der Kasse im Supermarkt, zwei aufgedrehte Kinder neben mir. Geschäftshandy klingelt:

“Scalia”

“Ja hallo, do isch Maier. Bin ich do richtig bei dem Pizzawage?”

“Ja, genau”

“Suppa! Mir feiere ä Feschd am Dröflzehnten März. Jetzt wollt ich mol froge, ob sie do noch Zit hän und was des koschtet?

“Mama, können wir noch so ein Ü-Ei. Biiiiteeee!”

“Moment, sorry…bin grad unterwegs. Kann ich sie zurückrufen? Oder schreiben Sie uns doch eine E-Mail.

“Wie isch die Adresse?”

“Steht auch auf dem Flyer”

“Aber ich hob kei Flyer von Ihne, hab die Nummer vom Nachbar kriegt…”

“Okay, dann rufen Sie doch so in ner Stunde noch mal an. Dann schau ich gleich im Kalender”

…so in etwa…ich könnte locker 153 solcher Szenarien beschreiben. Aber du verstehst worauf ich hinaus will.

Das ist umständlich. Ineffektiv. Unwirtschaftlich. Mit der Website geht’s viel besser.

Die Website erledigt folgende Aufgaben für mich:

  • sie erklärt einer großen Anzahl von Menschen zeitunabhängig, was wir anbieten

  • sie erklärt, was man tun muss, um uns zu buchen

  • sie fragt für uns relevante Eckdaten ab, damit wir überhaupt ein vernünftiges Angebot machen können

  • sie zeigt belegte Daten im Kalender und sortiert dadurch alle aus, die wir sowieso nicht bedienen können

Bevor ich den Kalender und unseren “Tätigkeitsumkreis” auf der Website veröffentlicht hatte, musste ich unglaublich viele “Sorry,-sie-sind-zu-weit-weg-für-uns-” und “Sorry,-aber-da-sind-wir-schon-ausgebucht-Emails” schreiben. Das ist so viel wertvolle Zeit. Ich habe gearbeitet, aber für nichts. War beschäftigt, aber nicht produktiv.

Jetzt hilft mir die Website viel weniger Emails zu schreiben.

Auch diese Website hier, auf der du gerade diesen Artikel liest:

  • Ich kann hier Fragen meiner Leser:innen so beantworten, dass es noch mehr Menschen hilft, weil ich sie auf meinem Blog für alle zugänglich mache. Und wenn wieder mal jemand fragt: Wie soll ich nur mit meiner Website anfangen — kann ich ihn/sie auf den Blog verweisen kann. Arbeit gespart.

  • Ich kann interessierte Selbständige eine Website Checkliste runterladen lassen, die mir selbst geholfen hat Webseiten schnell zu planen und Inhalte dafür zu sammeln.

  • Wenn jemand mit mir zusammenarbeiten will, kann sie/er ein Angebot anfragen oder sich für ein unverbindliches Gespräch direkt in meinen Terminkalender eintragen.

Und das alles dann, wenn’s passt. Nicht nur dann, wenn ich gerade Zeit habe.

Ich finde es einfach mega, was wir für Möglichkeiten haben, findest du nicht?

Welche Aufgaben erledigt deine Website für dich?

Hast du Ideen bekommen, was du noch an deine Website delegieren kannst?

Schreib mir das gerne in die Kommentare!

 
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